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Die Bäckerei der Zukunft

Kulmbach. „Wir haben viele Ideen aufgenommen, die wir gut in künftige Projekte einfließen lassen können“, beschrieb Winfried Groß, Geschäftsführer des Kulmbacher Ladenbauers Schrutka-Peukert ein bisher einzigartiges Projekt in der Firmengeschichte. 16 Studenten und Studentinnen der Fachrichtung Innenarchitektur von der Fachhochschule Coburg erarbeiteten Konzepte für die Bäckerei von morgen. „Alles kann, nichts muss“, skizzierte Groß den Rahmen und lud die angehenden Innenarchitekten auch „zum kreativen Spinnen“ ein.

 

Geht es nach Silke Kohler, Laura Langguth und Janina Hein, dann findet man in einem Bäckerladen künftig ein Transportband, auf dem ähnlich wie beim Japaner mit Sushi, kleine Snacks – die Damen nennen sie Rennsemmel - angeboten werden. Zubereitet werden die Snacks direkt dahinter. Die Kunden können so genau sehen was gemacht wird. Der Laden soll aber gleichzeitig ältere Kunden, als auch junge Käufer anziehen. Deshalb haben sie auch einen Thekenbereich geschaffen, der nicht alles bisherige in Frage stellt.

Die „Rennsemmel“ haben Winfried Groß, sowie seine Geschäftsführer-Kollegen Mario Herbst und Hans-Jürgen Päsler derart überzeugt, dass sie das Konzept der drei angehenden Innenarchitektinnen zum Sieger kürten. Die drei Studentinnen können sich über ein Preisgeld von je 200 Euro freuen. Noch wichtiger ist für sie, dass sie auch künftig mit Schrutka-Peukert zusammen arbeiten dürfen und ihr Konzept auf der Branchenmesse Südback in Stuttgart präsentieren werden.

Schrutka-Peukert als Ladenbauer geht mit diesem Projekt ganz bewusst neue Wege. „Wir neigen wie jeder dazu, eher eingefahrene Wege zu gehen“, gibt Innenarchitekt Dominik Harbecke von Schrutka-Peukert selbstkritisch zu. In den realisierten Objekten merkt man davon nichts. Der Kulmbacher Ladenbauer hat sich in den letzten Jahren zu den Top-Einrichtern im Food-Bereich entwickelt. Bäckereien, Konditoreien und Cafés, sowie Fleischereien und Fleischtheken im Handel entstammen der Ideen- und Qualitätsschmiede von Schrutka-Peukert.

Vielleicht werden sich auch die anderen Ideen des Projektes in künftigen Läden wieder finden? Interessant ist dabei, dass die angehenden Innenarchitekten auch Verbraucher sind. Sie erwarten von einer handwerklichen Bäckerei Transparenz, wie zum Beispiel bei der Rohstoffherkunft oder der Allergenauslobung.

Auch Bäckertypische Werte sollten greifbar und erlebbar sein. Lösungen dafür zeigten sich beispielsweise durch eine Zutatenwand, aus der man die Zutaten für sein ganz individuelles Brot aussuchen kann. Eine andere Lösung integriert den Ladenbackofen direkt in die Theke. Als Materialien für den Ladenbau wurden natürliche Oberflächen wie aus Holz oder Stein genauso ausgewählt, wie moderne Muster und Formen.

Die Konzepte beinhalteten zudem auch Handlungsempfehlungen für den Bäcker. Gläserne Backstuben wurden genauso empfohlen wie Backabende für Kunden oder Apps, mit denen man seine Backwaren vorbestellen kann. Das ein oder andere wird schon in der Branche gemacht. Andere Ideen müssen noch vorangetrieben werden.

Auch wir als Ladenbauer müssen uns weiterentwickeln, neue Themen und Ideen aufgreifen“, ergänzt Hans-Jürgen Päsler. Durch die Kooperation mit der Fachhochschule Coburg will man junge Nachwuchskräfte – und natürlich auch deren Ideen - in das Unternehmen holen. Zudem bildet Schrutka-Peukert auch in verschiedensten gewerblichen und kaufmännischen Berufen aus. „Denn wir brauchen auch hervorragende Handwerker“, beschreibt Päsler die Beweggründe für die langjährige Ausbildungsbereitschaft des Unternehmens.

Auch die Projektzusammenarbeit mit der Fachhochschule Coburg soll weiter geführt werden. Carl Baertjer, Innenarchitekt und Fachoberlehrer an der FH, sieht hier eine sinnvolle Ergänzung zum Hochschulunterricht: „Das ist sehr realitätsnah und bringt den Studenten viel Praxiserfahrung.“ Der Hochschullehrer sieht die Verzahnung von Lehre und Wirtschaft als sinnvoll für alle Seiten an.