Was die Kunden nicht sehen, das kaufen sie nicht


 

Kunde: Bäckerei Gheorghiu, Steinach
Ladenfläche: 150 qm
Umsetzung: August 2013

Verlegung des Standortes

Vergrößerung der Ladenfläche

Mario Gheorghiu hat 2013 einen Schritt getan, der durchaus gewagt war: „Wir haben unseren Ladenstandort verlegt und sind von 22 Quadratmeter Ladengröße auf 150 Quadratmeter gewachsen.“ Dies nicht an einem A-Standort in einer stark frequentierten Einkaufspassage, sondern in einer sehr ländlich geprägten Region in Steinach/ Thüringen.

Die bisherige Betriebsausrichtung stieß sowohl im Ladenbereich, als auch in der Produktion an ihre Grenzen. Nur wenige Schritte vom neuen Ladenstandort entfernt hatte Mario Gheorghiu im Jahr 1992 eine Bäckerei gekauft und sukzessive ausgebaut. Eine wichtige Rolle spielte und spielt dabei der mobile Verkauf. Zwei Verkaufsfahrzeuge von Seico sind im Einsatz.

„Was die Kunden nicht sehen, das kaufen sie nicht! Eine großzügige Warenpräsentation in Theke, Brotregal und bei Handelswaren ist genauso wichtig wie ein Cafébereich in und vor dem Ladenlokal. Aber auch Backen im Laden spielt eine zentrale Rolle im neuen Konzept."

Mario Gheorghiu

Inhaber der Bäckerei Gheorghiu

Flexibel nutzbare Fläche

Erweiterung des Snackangebotes

Der vorherige Laden war mit 22 Quadratmetern Grundfläche sehr überschaubar. Zudem ist die Parksituation vor dem Gebäude sehr beschränkt. „Wir merken, dass alleine wegen der Parkplätze am Morgen mehr Pendler am neuen Standort anhalten“, kann Gheorghiu berichten.

Daraus resultierend hat er das Snackangebot mit belegten Brötchen entsprechend ausgeweitet. In der Ladentheke ist ein Bereich speziell dafür vorgesehen. Hier werden die Brötchen auf Snackwellen präsentiert. Verwendet werden unter anderem auch Laugenecken von Wolf Butterback, die mit selbst gemachten Aufstrichen und Belagen veredelt werden.

Größter Vorteil des neuen Standortes ist die vorhandene Fläche, die sich flexibel nutzen lässt. So hat die Bäckerei insgesamt rund 200 Quadratmeter an Nutzfläche. Hinter dem Laden wird eine kleine Backstube eingerichtet. „Sie ist für das Ladenbacken konzipiert, soll aber auch die Kapazitäten insgesamt erweitern“, erklärt der Bäckermeister.

Der letzte noch selber produzierende Backbetrieb im Ort

Einsicht in den Backstubenbereich

Zentral ist ein vierherdiger Elektrobackofen von Debag platziert. Er kann vom Laden aus direkt eingesehen werden. Statt einer Tür wurde eine Fensterfront zur Backstube eingebaut, damit der „Ofenduft“ das seine zum Verkaufserfolg leisten kann. Vor allem die typischen thüringischen Doppelsemmeln sind es, die hier von den Verkäuferinnen gebacken werden.

Angeliefert werden sie als grüne Teiglinge und dann in zwei Gärunterbrecherschränken gelagert. „Möglich ist aber auch, dass wir direkt am Standort Semmeln produzieren“, erklärt Michael Gheorghiu. Denn es sind sowohl zwei kleine Knetmaschinen, als auch ein Vollautomat von Fortuna vorhanden. Verschiedenste Produkte, wie beispielsweise Plätzchen in der Vorweihnachtszeit, werden dann tagsüber in der Schaubackstube gebacken. Positiver Nebeneffekt ist, dass so die Hauptbackstube entlastet wird.

Das Besondere ist die Einsicht auf den gesamten Backstubenbereich durch eine große Glasfront vom Laden- und Cafébereich aus . Auch das gehört für Mario Gheorghiu zu seinem Erfolgskonzept: „Wir sind der letzte noch selber produzierende Backbetrieb im Ort. Das sollen die Kunden auch sehen.“ So will sich der Handwerksbetrieb ganz bewusst von den Filialisten absetzen, die in den Vorkassen der Supermärkte im rund 4.000 Einwohner zählenden Ort sind.

"Immer wieder neue Wege suchen, um sich vom Wettbewerb abzusetzen. Ein völliges neues Geschäftsfeld ist der Cafébereich. Letztlich war es die richtige Entscheidung."

Mario Gheorghiu

Inhaber der Bäckerei Gheorghiu