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Interview Verkaufsförderung und Ergonomie im Ladenbau

Grundsätzlich: Lassen sich Verkaufsförderung und Ergonomie im Ladenbau überhaupt vereinen?

Hans-Jürgen Päsler: Selbstverständlich, dass zeichnet einen guten Ladenbauer aus. Eine Ladeneinrichtung muss sich nach drei Seiten orientieren: Sie muss zum einem die Bühne sein für die Präsentation der Backwaren, Zusatzartikel und Serviceleistungen. Gleichzeitig muss sie auch die Philosophie des Bäckers widerspiegeln.

Hinzu kommt, dass sich auch die Mitarbeiter im Laden wohlfühlen müssen. Glückliche Mitarbeiter schaffen glückliche Kunden – vielleicht kann man es so auf den Punkt bringen. Die wesentliche Basis dafür sind gut organisierte und rationale Arbeitsabläufe – kurz gesagt die Ergonomie der Einrichtung und der damit verbundenen Arbeitsabläufe.

Welche Bedeutung messen Sie bei der Entwicklung einer Ladeneinrichtung der Arbeitsergonomie bei?

Hans-Jürgen Päsler: Generell gilt, dass zum einen aus Sicht des Kunden geplant wird. Das zeigt sich zum Beispiel durch die Ausrichtung der Theke hin zum Eingangsbereich oder auch den Standort des Ladenbackofens, damit er von Kundenseite gut einseh- und wahrnehmbar ist.

Zum anderen wird eben aus Sicht des Unternehmens, der Kostenoptimierung und des wirtschaftlichen Einsatzes der Mitarbeiter geplant. Wie können die Arbeitsabläufe hinter der Theke organisiert werden? Da ist ein breites Branchenwissen unserer Fachplaner und Fachberater notwendig. Sie wissen, welche Schritte wann und wohin nötig sind und wo Funktionsmöbel sinnvoll platziert werden. Ziel ist immer kurze und möglichst kreuzungsfreie Wege für die Mitarbeiter zu schaffen. Dies macht die Arbeit einfacher und ruhiger, was sich positiv auf Mitarbeiter als auch auf Kunden auswirkt.

Ganz konkret: Was bieten Sie, um die Arbeit an der Theke möglichst gesundheitsschonend zu machen? Wie tief sind in der Regel die Auslagen Ihrer Theken? Haben die Theken an der Rückseite abgerundete Ecken? Wo werden Messer etc. verwahrt?

Hans-Jürgen Päsler: Die Thekentiefe ist uns zum Teil durch die Normmasse der Bleche vorgegeben. Wir können durch eine entsprechend schmale rückseitige Ablagefläche hier Einfluss nehmen, um die Zugriffstiege in die Theke zu minimieren. Abgerundete Ecken, entgratete Metallkanten etc. sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Die Entnahme von Gebäcken aus der Theke ist somit sicher gewährleistet.

Unsere am Markt einzigartige Tischtheke KUBUS hat zudem einen Kippmechanismus der Frontscheibe samt Zahlplatte. Die Scheiben lassen sich einfach und sicher nach vorne kippen und so sehr leicht innen reinigen.

An der Thekenrückseite ist zudem unser VariaFlex System verbaut. Dies beinhaltet Kabelkanäle wie beispielsweise für Waagen und Kassen, aber auch Messerhalter, Tüten- und Papierablagen können dort flexibel angebracht werden. So ist auch der Wechsel von rechtshändigen Mitarbeitern zu Linkshändern einfach durch umsetzen der Tools möglich.

Thema kurze Wege: Welche Lösungen bieten Sie in diesem Bereich an?

Hans-Jürgen Päsler: Kurze Wege heißt, den Laden wie schon beschrieben aus Sicht der Arbeitsabläufe hinter der Theke zu planen. Dafür haben wir Fachleute, hören aber vor allem auch den Bauherren zu, um deren Ideen und bisherige Arbeitsabläufe mit einfließen zu lassen. Wichtig ist hier der Vielfalt der Produkte und Dienstleistungen Rechnung zu tragen, d.h. alle Komponenten in ein Konzept zu überführen.

Auf welcher Höhe befinden sich in der Regel die obersten Böden Ihrer Brotregale? Welche Hilfestellungen bieten Sie für kleinere Angestellte?

Hans-Jürgen Päsler: Unsere Brotregalwände sind flexibel gestaltbar. Allerdings muss zu allererst überlegt werden, wie die Kunden die beste Sicht auf die Ware haben. Daraus resultiert die Höhe der Brotregale. Für kleinere Mitarbeiter gibt es die Möglichkeit, Trittstangen oder kleine Stufen mit ins Ladenkonzept zu integrieren. Dies sieht besser aus und ist sicherer, als zweckentfremdete Körbe als Trittstufen.

Nach Ihrer Erfahrung: Legen Bäcker Wert auf ergonomisches Arbeiten im Laden? Wird das nachgefragt oder spielt das Thema immer noch eine untergeordnete Rolle?

Hans-Jürgen Päsler: Es wird sehr wohl Wert auf dieses Thema gelegt. Zahlreiche Betriebe wissen schon lange, dass Mitarbeiter ein wertvolles Gut sind. Der schönste Laden nützt nichts, wenn die Mitarbeiter hinter der Theke nicht motiviert sind. Vor diesem Hintergrund sind unsere Fachberater auch schon mal „Prediger“ und stellen die Vorteile eines schönen und ergonomischen Ladens vor. Denn das ist möglich und nur dies bringt langfristig Erfolg.